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Trino - Vercelli in Piemonte
Bedeutendes Städtchen am linken Ufer des Po. Das Gebiet von Trino erhebt sich gegen Norden in der Nähe der gemeinhin “Costa” genannten Anhöhe, während es im Süden an das linke Ufer des Po grenzt. Auf der anderen Seite dieses Flusses findet man bereits die ersten Ausläufer de Monferrato mit dem Felsen auf dem das Schloss Camino thront. Gegen Nordosten erstreckt sich das Stadtgebiet bis hin zu den sogenannten “Grange” von Lucedio, das bis zum frühen 19. Jahrhundert noch eine eigene Gemeinde war, und bis nach Leri und Castelmerlino.
Die menschlichen Ansiedelungen in diesem Gebiet gehen bis ins untere Paläolithikum (vor 150.000 Jahren) und ins mittlere Paläolithikum (über 35.000 Jahre) zurück. Aus dieser Zeit stammen auch die Steingegenstände, die auf dem “Rilievo isolato” gefunden wurden – Dabei handelt es sich um eine leichten Anhöhe, die von der Chiesa della Madonna delle Vigne (links von der Straße zur Abtei S. Maria di Lucedio) nach Osten führt. Einige dieser Fundgegenstände und viele weitere aus nachfolgenden Epochen können im Volkskunde Museum „G.A. Irico” an der Piazza Garibaldi besichtigt werden. Auf frühgeschichtliche Zeiten geht eine Gruppe von Keramiken zurück, die vor Jahren in der Region Ricodino gefunden wurden, während von der Universität Turin in S. Michele durchgeführte archäologische Grabungen Materialien ab der Zeit der Romanisierung zutage gefördert haben. Die Kirche Chiesa di S. Michele (Hl. Michael) ist bis auf die Fassade überwiegend von romanischem Aussehen. An den Seiten des Chorraumes sind einige Freskenüberreste aus dem letzten Viertel des 12. Jahrhunderts zu bestaunen: Sie zeigen unter anderem das Letzte Abendmahl und byzantinische Elemente nach einer Art, die in der Lombardei weit verbreitet ist. Die heutige Pfarrkirche Parrocchia di San Bartolomeo (Hl. Bartholomäus) geht auf einen Umbau aus dem 17. Jahrhundert zurück und wurde auch später noch mehrmals baulich verändert.
Hervorzuheben ist im Chorraum ein Gemälde von Pier Francesco Guala, welches den Hl. Bartholomäus bei der Taufe der Königsfamilie von Armenien zeigt (1734). Im nördlichen Abschnitt befindet sich ein Tryptichon von Gerolamo Giovenone, aus der Zeit zwischen 1510 und 1513, mit der Madonna del latte (Stillende Madonna) zwischen den Heiligen Domenicus und Laurentius. Der Palazzo Paleologo, welcher zwischen Anfang des 14. Jahrhunderts und Ende des 15. Jahrhunderts errichtet worden war, war lange Sitz des Hofes der Paleologi, welche von 1305 bis 1532 die Geschicke der Markgrafschaft Monferrato leiteten. Einige Fresken in der Größe von Miniaturprofilbildern bis zu elegant ausgeschmückten Paneelen, die man vom Dachgeschoss abgenommen hatte, wurden in den Stadratssaal des Rathauses und die städtische Bibliothek “Favorino Brunod” gebracht, die in einem Flügel des ehemaligen Klosters der Dominikaner untergebracht. Letzeres, ein majestätischer Komplex ist Teil der Kirche Chiesa di Santa Caterina d’Alessandria (Hl. Katharina von Alessandria) : Deren Fassade wurde umgeändert und durch den Anbau von seitlichen Kappellen hat das dreischiffige Innere das für die Poebene typische spätgotische Äußere beibehalten; die Orgel von Serrassi (1836) befindet sich an der Seite des Chorraumes.
Unter dem eindrücklichen Gang an der Seite der Pfarrkirche befindet sich der Eingang zur Kirche Chiesa di San Pietro Martire (Hl. Petrus der Märtyrer) welche eine vom Allewigen gekrönte Jungfrau und die Heiligen Petrus, Märtyrer, und Michael von Boniforte Oldoni beherbergt (1578). Diese Kirche, die gemeinhin als Kirche Chiesa di S. Francesco (Hl. Franziskus) bekannt ist, da dort einige Zeit lang ein paar Minoriten lebten, erhebt sich an der Stelle der mittelalterlichen Kirche Santa Maria in castro, die bereits im 12. Jahrhundert das erste Mal urkundlich erwähnt worden ist. Das derzeitige Bauwerk geht auf die Mitte des 18. Jahrhunderts zurück; dort findet man noch Bilder von Orsola Caccia (der Tochter des Moncalvo) und eine wundervolle hölzerne Sakristei aus dem selben Jahrhundert. Die Kirche Chiesa di S. Giovanni Battista birgt in ihrem Inneren ein Gemälde von Pier Francesco Guala; Die Kirche Chiesa di S. Lorenzo, welche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde, ist ebenfalls dem Barockstil zuzuordnen und man findet in ihrem Chorraum die Jungfrau Maria mit den Heiligen Luigi Gonzaga und Antonio Abate, ebenfalls von Guala. Die Kirche Chiesa di Ognissanti (Allerheiligen) oder auch Chiesa della Misericordia (Barmherzigkeit) genannt, hat sich nur noch in ihrem Inneren den ursprünglichen Barockstil bewahrt. Auf dem Corso Italia befindet sich auch die Kirche Chiesa di S. Maria della Neve (Mariä Schnee), welche an Stelle der ehemaligen Stadtmauern errichtet worden ist; auch die Kirche Chiesa della Madonna della Divina Provvidenza (Göttliche Vorsehung) wurde auf den ehemaligen Mauern errichtet – genau an ihrer nordöstlichen Ecke. An der Grenze der Wohngegend hingegen, an der Straße, die zum Po führt, befindet sich die Kirche Chiesa della Madonna del Buon Consiglio (Guter Rat), die auf die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückgeht und in ihrem Inneren reich dekoriert ist.
Das Volkskundemuseum Museo civico “Gian Andrea Irico” an der Piazza Garibaldi erzählt die gesamte Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung. Von großer Bedeutung unter dem ausgestellten Material sind original erhaltene Arbeiten der Verleger und Schriftsetzer von Trino – eine sehr wichtige Persönlichkeit unter ihnen war Bernadino Giolito, der seine Tätigkeit im Jahre 1479 in Venedig aufnahm.
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