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San Germano Vercellese - Vercelli in Piemonte
Dies ist ein bedeutendes Reisanbauzentrum, durch das die alte Via Francigena durchführt. Die Geschichte von San Germano vermischt sich sehr oft mit Ereignissen aus Sagen. emzufolge soll im Jahre 448 Bischof San Germano di Auxerre auf seinem Weg nach Ravenna zur Herrscherin Galla Placidia durch diese primitive Ansammlung von Häusern gekommen sein und sich auf einem Stein am Ortseingang niedergelassen haben. Nach seinem Tod in Ravenna wurde sein Leichnam nach Frankreich zurückgebracht. Dabei wurde wieder derselbe Weg eingeschlagen, und als man an diesem Ort vorbeikam, geschahen zahlreiche Wunder. Aus diesem Grund beschloss man, eine Kapelle zu seinen Ehren zu errichten und sie nach ihm zu benennen.
An der „Piazza Mazzini“ erhebt sich die Pfarrkirche „Parrocchiale di San Germano“, deren Bau auf die Jahre 1754-60 zurückgeht. Erschaffen wurde sie von Michele Richiardi nach dem Entwurf von Giovan Battista Feroggio. Die alte baufällige Pfarre, die bereits in einem Dokument von 1298 erwähnt wird, wurde im 18. Jahrhundert abgerissen, um Platz für die neue Pfarrkirche zu schaffen, welche im Jahre 1764 eingeweiht wurde. Hierbei handelt es sich um ein klassisches Beispiel des Piemonteser Barock, wo bereits der neoklassizistische Einfluss und der Siegeszug der rationelleren Bauweise sichtbar werden. Die Oberfläche der Fassade ist in vereinfachte geometrische Felder untergliedert; alles ist klar und systematisch verteilt. In der oberen Flucht befinden sich drei Mosaike: in der Mitte San Germano d’Auxerre, Schutzpatron des Ortes; links der selige „Antonio Della Chiesa“, ein Dominikaner, der 1394 in San Germano geboren wurde; und rechts der selige „Guido De Spatis“, ein Franziskaner, der im 13. Jahrhundert in San Germano geboren wurde.
Die ellipsenförmige Kuppel erhebt sich über der Hälfte des Schiffes und wurde von Vittone geschaffen. Der Innenraum besteht aus einem rechteckigen Grundriss mit einem einzigen Schiff und strahlt eine große Harmonie zwischen den reichhaltigen Formen und dem vergoldeten Stuck vor allem an den Wänden der Apsis aus. Über dem Hochaltar und den sechs Seitenaltaren, drei davon links und drei rechts, hängen großartige Leinwandmalereien, die Heilige darstellen. Die klangvolle Orgel wurde von den Brüdern Serassi gefertigt und geht – verschiedenen Meinungen zufolge – entweder auf das Jahr 1775 oder 1795 zurück. Links von der Kirche befindet sich die aus dem 16. Jahrhundert stammende Kirche „Chiesa del Corpus Domini“, die grundlegend umgebaut wurde und jetzt als Saal für Versammlungen verwendet wird; die barocke Kirche „Chiesa della Santissima Trinità“ (Heilige Dreifaltigkeit) stürzte 1951 ein und von ihr blieb nur der niedrigere Kirchturm übrig. Auf der „Piazza Mazzini“, vor der Pfarrkirche, steht das Haus von Giuseppe Deabate (1857 – 1928), der als Advokat, Journalist und Dichter der Gedichtsammlung „Il mio villaggio“ („Mein Dorf“) diesem Ort zu Ruhm verhalf. Es ist ein seltsames Gebäude aus dem 19. Jahrhundert aus dekoriertem Stein und mit abfallendem Fries, das an Häuser in den Bergen erinnert. Nur einige Schritte entfernt von der „Piazzetta Dante Alighieri“, wo der gewaltige Glockenturm emporragt, befindet sich einer der Türme des antiken „Castello“.
Zurück auf der Staatstraße Nr. 11 lässt man den Gutshof von Strella links liegen und durchquert ein paar Minuten später den Ort Cascine Strà, das antike „Capsinae Straptarum“, dessen Name die Bedeutung dieses Ortes auf dem Weg der großen Verbindungsstraße hervorhebt. Um 1159 wurde hier ein Hospital für die Pilger gegründet, das den Namen „San Giacomo apostolo“ (Hl. Jakob der Apostel) trug und mit ungeheurem Vermögen der adeligen Familien von Vercelli, darunter der Familie Bicchieri, ausgestattet wurde. Die jetzige Kirche „Chiesa di San Giacomo“ wurde 1737 auf den Ruinen der alten Kirche und des Hospitals neu aufgebaut. In 1 km Entfernung führt rechts eine kleine Straße in die Ortschaft Montonero, Sitz der alten Pfarre, möglicherweise aus Abstammung der Benediktiner und dann Besitz der Domherren von „Sant’Eusebio“, das bis zum 12. Jahrhundert „San Clemente“ geweiht war.
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