Desana - Vercelli in Piemonte
Es ist dies ein Städtchen, das nur wenige Minuten entfernt von Costantana liegt. Sein Name könnte, wie das auch für andere Ortsnamen mit den Endungen –anus, -ana (z. B. Lignana) gültig ist, auf den Namen von adeligen Familien, die Ländereien und Besitztümer um das eigene Landhaus anhäuften und ihren Besitztümern dann den eigenen Namen gaben, zurückgehen. Zusammen mit Lignana war Desana eines der Zentren, die es, wahrscheinlich ohne große Gegenschläge, schafften, die wirtschaftliche und demographische Krise, die sich in der Spätantike im Imperum Romanum breit machte, zu überwinden. So überstand man das Mittelalter und das noch viel gefürchtetere Jahr 1000, das in der allgemeinen Bevölkerung mit dem Ende der Welt gleichgesetzt wurde, aber für Desana den Beginn eines demographischen Aufschwungs mit sich brachte.
Zum ersten Mal wurde das Städtchen kurz nach dem Jahr 1000 dokumentarisch erfasst; 1411 ging es von der Gemeinde von Vercelli in die Herrschaft von Ludovico Tizzoni über, unter dem es eine lange Blütezeit erlebte. Als Beweis für diese Blütezeit gilt die Einrichtung einer Münzprägestätte in der Nähe des Castello, das vor dem Hauptplatz emporragt. Die Münzprägestätte, die seit 1693 (in diesem Jahr wurde das Lehen an die Dynastie der Savoyer veräußert) in Betrieb war, erlangte traurige Bekanntheit durch die Fälschung von ausländischen Münzen, die von sozusagen „wenig ehrlichen“ Kaufleuten in Auftrag gegeben wurden. Zum Glück ist Desana viel bekannter für seinen edlen „Schatz von Desana“, eine Gruppierung von 44 glanzvollen romanisch-gotischen Goldschmiedegegenständen, 22 davon aus Gold und eben so viele in Silber, die aus der Zeit zwischen Ende des 4. und Anfang des 5. Jahrhunderts stammen und von Vittorio Viale für das „Museo de Antichità“ von Turin erworben wurden, laut dem die wahre Herkunft dieser Gegenstände ungewiss ist; möglicherweise stammen sie aus Turin. Das ist der Grund, warum im „Museo Civico“ von Trino Fotografien von einigen Gegenständen, die zum Schatz gehören, aufbewahrt werden.
In der Nähe des Castello befindet sich die Pfarrkirche, die, wie eine Grabinschrift, die bei den Arbeiten zur Erneuerung gefunden wurde, bezeugt, der Jungfrau Maria und den Märtyrern Alessandro und Maurizio geweiht ist. In den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts wurde ein Kollegiat errichtet, das die Einnahmen der der Familie Tizzoni angehörenden Kirchen, darunter auch die Güter des Priorats von “S. Maria di Settime“, an der Grenze zum Gebiet von Tricerro, verwalten sollte. Dort wurden im Jahre 1993 Spuren von Siedlungen, die auf das 4. Jh. n. Chr. bzw. auf eine Zeit zwischen Ende des 5. Jahrhunderts und dem Mittelalter zurückgehen, sowie eine Begräbnisstätte, die im 5. – 6. Jahrhundert und im 11. Jahrhundert benutzt wurde, und unweit davon zwei Grabstätten von langobardischen Familien gefunden, wobei eine davon auf die Zeit der Barbareninvasionen in diesem Gebiet zurückgeht. In der Nähe der Pfarrkirche erhebt sich die Kirche „ Chiesa dei SS. Fabiano und Sebastiano” (1618), die einen Altar und Balustraden im Barockstil enthält, an der Straße nach Tricerro findet man die kleine Kirche „Chiesetta della Beata Vergine Addolorata“, in der neben einer Maria hinter dem Altar, dargestellt mit sieben Schwertern im Herzen und über dem toten Christus kniend, auch der kostbare Altar mit Marmoreinlegearbeiten zu bewundern ist.
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